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Hochschulausbildung der Sozialarbeiter in der Slowakischen Republik

Print This Post EMail This Post July 30th, 2008

slovakiaTatiana Matulayová, Banská Bystrica (Slovakia)

English abstract: In Slovakia, Social work as a study program belongs to extensively developing study programs these days. This paper informs about current offer of Social work study programs at universities in Slovakia and the preparation of social workers ras well as the most serious problems in the field of professionalisation for social workers at universities.

Die gegenwärtige gesellschaftliche Situation in der slowakischen Republik wird durch progressive, schwerpunktmäßige Reformen aller grundlegenden Bereiche des Gesellschaftslebens - der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen - charakterisiert. Negative Begleiterscheinungen der Reformen sind vor allem Arbeitslosigkeit, soziale Exklusion mehrerer Volksgruppen, ein erhöhter Krankenstand oder die Steigerung sozialpathologischer Erscheinungen. Die Wirklichkeit, dass die Reformen zugleich in allen Sphären verlaufen, spiegelt sich auch in der Zufriedenheit und Lebensqualität der Einwohner.
Dieser Zustand deutet hinreichend auf eine erhöhte Notwendigkeit der Sozialarbeit hin, die in letzten 15 Jahren extensiv nicht nur in einer praktischen, sondern auch theoretischen Ebene entwickelt wird.

Gegenwärtiger Zustand der Hochschulvorbereitung

In der slowakischen Republik gibt es mittlerweile an allen Universitäten das Studium auf der Basis des ECTS-Systems. Es ist möglich angebotene Studienprogramme entweder als dreijähriges Bakkalaureusstudium oder fünfjähriges Magisterstudium zu absolvieren. Es ist auch möglich die Qualifikation weiter zu erhöhen und im Doktorstudium (PhDr.) oder im Doktorandstudium (PhD.) fortzusetzen. Im Wissensgebiet Sozialarbeit ist es möglich sich zu habilitieren (Doc.) und sich zu inaugurieren (Prof.).

Es existieren öffentliche Universitäten und Hochschulen und private Hochschulen. Das Schulwesenministerium der Slowakischen Republik erteilt den einzelnen Arbeitplätzen aufgrund ihres Antrags und nach der Erfüllung vorgeschriebener Bedingungen ihre Akkreditierung. Es ist möglich tägliche oder externe Formen des Studiums zu nutzen.

Gegenwärtig kann man ein akkreditiertes Studienprogramm Sozialarbeit an den öffentlichen Universitäten in Bratislava, Trnava, Nitra, Banská Bystrica (als Bakkalaureusstudium), in Prešov und an privaten Hochschulen in Sládkovičovo und Prešov absolvieren. Dieses reiche Ausbildungsangebot in der Sozialarbeit ist eine Antwort der Universitäten und Hochschulen auf eine große Nachfrage. Für das Studium an einer Hochschule interessieren sich nicht nur Absolventen der Mittelschule sondern auch viele Arbeitnehmer der öffentlichen Verwaltung. Die aktuell rechtskräftige Legislative (Gesetz NR SR Nr. 312/2001 Gesetzsammlung vom Staatsdienst und Gesetz NR SR Nr. 553/2003 Gesetzsammlung vom Dienst im öffentlichen Interesse) begrenzt die Ansprüche an die Qualifikation (und die damit zusammenhängende Lohneingruppierung) dieser Arbeitnehmer.

Philosophische Fakultät an der Universität in Prešov

Der Lehrstuhl für Sozialarbeit und Erwachsenenbildung der Philosophischen Fakultät an Universität in Prešov bildet seit dem akademischen Jahr 1997/1998 SozialarbeiterInnen aus. Das ist ein fünfjähriges Magisterstudium. Der Studienplan konzentriert sich auf Bereitstellung von Polyvalentvorbereitung so, dass der Absolvent sich auf dem Arbeitsmarkt ohne Beschränkung durchsetzen kann. Vom 1. bis 6. Semester absolviert der Student im Rahmen der theoretischen Vorbereitung ausgewählte Grunddisziplinen der philosophischen, psychologischen, soziologischen, bildenden, rechtlichen und ökonomischen Wissenschaften. In den nächsten Semestern vertieft und verbreite sich der Student seine Kenntnisse von den ausgewählten Applikationswissenschaften über den Menschen und Gesellschaft. Integralbestandteil der Hochschulvorbereitung von zukünftigen Sozialarbeitern ist die Fachpraxis. Sie wird in mehreren Formen realisiert. Wir organisieren Exkursionen vor allem im Verlauf des 1. Studienjahrs, es gibt ein 5- tägliches Praktikum im Sommersemester im 1. Studienjahr, und ein 10-tägliches Praktikum im nächsten Semester bis zum 4. Studienjahr und ein 15-tägliches Vordiplompraktikum im Wintersemester des letzten Studienjahres. Die Vorbereitung und die Evaluation der Fachpraxis wird in den Seminaren über die Fachpraxis realisiert. Die Verträge über die Mitarbeit mit der Sicherung der praktischen Vorbereitung werden mit ausgewählten Arbeitsplätzen der Sozialarbeit unterschrieben. Der Student absolviert insgesamt 90 Tage der Fachpraxis während des ganzen 5-jährigen Studiums. Der Lehrstuhl unterstützt auch die freiwillige Arbeit der Studenten in Sozialdiensten.

Während des Studiums absolvieren die Studenten auch ein sozial– psychologisches Training und mehrere Disziplinen (z.B.: Die Grundlage von Psychoterapie und Sozioterapie oder Ethik für Sozialarbeit). Sie sind auf Kommunikationsfertigkeiten und berufliche Zuständigkeiten eines Sozialarbeiters hin orientiert und tragen zu seiner Professionalität bei. Bei der Lehre dieser Fächer werden Methoden des Erlebnislernens bevorzugt.

Die Studenten unseres Lehrstuhls nehmen an der Entwicklung von Forschungsthemen teil. Während der Ausbildung widmet man die Aufmerksamkeit der Lehre von Wissenschaftsmethodologie und der individuellen Führung der Studenten bei der Bearbeitung der Seminar-, Jahr- und Diplomarbeit. Ihr hohes fachliches Niveau bestätigen nebenbei verschiedene Wettbewerbe, die unsere Studenten in den letzen Jahren gewannen.

Zu dem Spezifikum der Hochschulvorbereitung an diesem Lehrstuhl gehört vor allem ihre Orientation an die Sozialarbeit mit den Erwachsenen und Senioren. Hinsichtlich der Regionalsituation konzentriert sich der Lehrstuhl auf zwei große Zielgruppen der Sozialarbeit – auf die Arbeitslosen und Zigeuner. Objekte der wissenschaftlichen Forschung des Lehrstuhls, der zwei Studiengänge (Sozialarbeit und Erwachsenenbildung) versichert, sind inter- und multidisziplinäre Probleme. Die Mitglieder des Lehrstuhls orientieren und bilden so die Studenten Unterrichtsprozess. In der Vorbereitung werden holistisch, komplex und systemisch Menschen und Gesellschaft einbezogen.

Seit dem akademischen Jahr 2005/2006 ist an der Fakultät ein Kreditsystem des Studiums eingeführt und das Studium der Sozialarbeit ist zweistufig – Bakkalaureus (3 Jahre) und Magister (5 Jahre).

Absolventen des Magisterstudiums können im Rigorosstudium fortsetzen. Nach dem Rigorosstudium gewinnen sie den Titel PhDr. Der Lehrstuhl gewann in diesem akademischen Jahr die Akkreditierung des Schulwesenministeriums der Slowakischen Republik für Organisation des Doktorandstudium. Die Wissenschaftliche Forschung des Lehrstuhls konzentriert sich auf die Entwicklung von theoretischen Begründungen im Unterrichtsprozess und in der Gesellschaftspraxis. Diese Forschung konzentriert sich in den letzten Jahren auf die Qualität des Lebens und ihre Determinanten. Der Lehrstuhl übernahm und übernimmt mehrere Forschungsaufgaben für die VEGA (Wissenschaftliche Grantagentur beim Schulwesenministerium der Slowakischen Republik), die finanziell die Forschungsarbeitsplätze unterstützt. In der Zusammenarbeit mit bedeutenden slowakischen Institutionen organisiert sie internationale Konferenzen. Sie publiziert in diesem Zusammenhang auch Sammelwerke. Die letzte Konferenz fand im November 2004 statt. Fast alle Glieder des Lehrstuhls publizieren intensiv. Im Jahre 2005 wurden z. B. drei Monographien: V. Frk – J. Kredátus: Kommunikation in der Personal- und Sozial Praxis, B. Balogová: Senior und E. Žiaková (ed.): Psychosoziale Aspekte der Sozialarbeit herausgegeben.

Es gibt immer ein großes Interesse für das Studium der Sozialarbeit an unserem Lehrstuhl. Jedes Jahr registrieren wir durchschnittlich 7 bis 10–mal mehr Bewerber, als wir hinsichtlich der Personal – und Raummöglichkeiten aufnehmen können.

Fachdiskussion von der Hochschulvorbereitung

Mit der Problematik der Hochschulvorbereitung von Sozialarbeitern beschäftigen sich in der SR vor allem Hochschullehrer in ihrer Publikationstätigkeit: Š.Strieženec (2001), M.Schavel – M.Davideková (2005), A. Tokárová (2004), J. Levická (2000), A.Žilová (2002), T. Matulayová (1997, 2001). Sie konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf den Vergleich der einzelnen Studiengänge in der Slowakei und Tschechei, den Anteil der praktischen und theoretischen Vorbereitung, die Bedeutung der Praxis und freiwilligen Arbeit und die Position einzelner Disziplinen.

Im Jahre 1997 entstand die Assoziation der Hochschulen, die in der Sozialarbeit ausbilden. Sie widmete sich intensiv der Qualitätssteigerung der Hochschulvorbereitung von Sozialarbeitern. Ihr Bemühen richtete sich auf die Gestaltung der Minimalausbildungsstandards, die aber schließlich nicht aufgenommen wurden. Trotzdem orientieren sich die Hochschulen weitgehen daran. Sie organisierte nebenbei auch Fachseminare, mobilisierte Fachdiskussion, partizipierte an der Entstehung des ersten slowakischen Hochschullehrbuchs Tokárová a kol.: Sozialarbeit (2002).
Während der ganzen Tätigkeit arbeitete sie mit Ministerium der Arbeit, Sozialwessen und Familie mit. Es unterstützte ihre Tätigkeit. Einen wichtigen Raum für die Fachdiskussion in dieser Problematik bilden Fachseminare und Konferenzen und eine böhmisch-slowakische Zeitschrift Sozialarbeit.
In den letzten Jahren organisiert man auch den “Republikkreis der wissenschaftlichen und fachlichen Tätigkeit im Fach Sozialarbeit”, wo die besten Arbeiten von Studenten präsentiert werden.

Gegenwärtige Probleme in der Ausbildung der Sozialarbeiter

Den gegenwärtigen Zustand der Hochschulvorbereitung der Sozialarbeiter in SR determinieren nach unserer Meinung mehrere Faktoren. Zu den bedeutungsschwersten gehören vor allem:

  • der gegenwärtige Zustand in der Praxis der Sozialarbeit,
  • die ungünstige Finanzlage im Bereich des Hochschulwesens,
  • die unvollständige Studienreform,
  • die Absenz von Minimalausbildungsstandards,
  • die Assoziation der Hochschulen, die in der Sozialarbeit ausbilden, die funktioniert nicht,
  • die hohe Dauerbelastung der Hochschulpädagogen.

Nach 15 Jahren Existenz des weiterentwickelten Studiengangs Sozialarbeit können wir aber nicht nur seinen extensiven qualitativen Aufstieg, sondern auch eine Qualitätserhöhung der Ausbildung, Professionalisierung der Sozialarbeitern in der Praxis oder Entwicklung der Fachkenntnisse konstatieren. Vom Aspekt der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Maßstab wird in der SR wichtig, viel großere Aufmerksamkeit der Internationalisierung und der Europäisierung als den Grundprinzipen der Ausbildungspolitik zu widmen.

Literatur:

Balogová, B.: Seniori. Prešov 2005
Frk, V.– Kredátus, J.: Komunikácia v personálnej a sociálnej praxi. Prešov 2005.
Kováčiková, D.: Základné otázky dejín osciálnej práce. Žilina: Inštitút priemyselnej výchovy, 2000.
Levická, J.: Sociálna práca ako vedná disciplína. In Sociálna práca a zdravotníctvo, roč. 1, 2000, č. 1, S.7-16.
Matulayová, T.: Vysokoškolská príprava budúceho sopciálneho pracovníka. In Acta universitatis Matthaei Belii č. 4, 1997, S. 105 – 112.
Matulayová, T. – Krystoň, M.: Kontinuálne vzdelávanie ako prostriedok profesionalizácie súčasných sociálnych pracovníkov. In Práca a scoiálna politika. Roč. IX., 2001, č. 9, S. 16-17.
Schavel, M. – Davideková, M.: Vzdelávanie v sociálnej práci, porovnanie obsahu štúdia na vybraných fakultách. Sociální práce/sociálna práca, 1/2005, S. 88 – 100.
Strieženec, Š.: Prístupy v sociálnej práci na Slovensku. In Práca a sociálna politika. Roč. IX, 2001, č.1, S. 5 – 9.
Tokárová, A.: K povinne voliteľným predmetom patrí Terapia a výchova dobrodružstvom a zážitkom. In Sociální práce/ sociálna práca, 3/2004, S. 136 – 145.
Tokárová, A. (ed.): Sociálna práca. Prešov: Filozofická fakulta Prešovskej univerzity, 2002.
Žilová, A.: Pohľad na sociálnu práci ako etablujúci sa vedný odbor na Slovensku v uplynulom desaťročí. In Práca a sociálna politika, roč. X., 2002, č. 5, S. 8-13.
Žiaková, E. (ed.): Psychosociálne aspekty sociálnej práce. Prešov 2005.

The author works at the University of Banska Bystrica.

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